Foto: Deon Black, Unsplash

So, da isser! Der Tripper. Und nun?

14. Januar 2022

Kurz erklärt:

Der Tripper ist eine sexuell übertragbare Krankheit, auch STD genannt (aus dem englischen: sexually transmitted disease). Diese wird durch das Bakterium Neisseria Gonorrhoeae (kurz Gonokokken) ausgelöst. 

Das Bakterium wurde nach Albert Neisser benannt, der es im Jahr 1879 entdeckt hat.

Bei einer Infektion kommt es zu Entzündungen der Geschlechtsorgane und der Harnwege. 

Beim Mann ist ein eitriger Ausfluss (gelblich-cremig) aus der Harnröhre typisch. Bei Frauen sind die Symptome meist schwächer. Daher kann ein Tripper bei Frauen oft unerkannt bleiben.

 

Lasst uns in Detail gehen:

Wir haben ja schon das bekannteste Symptom genannt: der Ausfluss. Aber das ist nicht alles. Weitere Symptome können brennende Schmerzen beim Wasserlassen sein. Einige berichten vom Gefühl „Glassplitter zu urinieren“ (Autsch!). Durch Analverkehr kann es ebenfalls zu einer Infektion im Enddarm kommen, bemerkbar macht sich das durch schleimig-eitrige Stuhlbeimengungen und Schmerzen beim Stuhlgang.  Durch Oralverkehr kann es zu einer Infektion im Hals-/Rachenraum kommen. Diese verursacht in bis zu 90 Prozent (!) keine Symptome, kann sich jedoch auch durch eine Entzündung mit Halsschmerzen im Rachen bemerkbar machen. 

Nochmal zur Erinnerung: Der Tripper kann immer, egal ob bei Mann oder Frau, egal ob im Rachen, Po oder sonst wo, symptomlos auftreten. Wenn du sicher sein willst, lass dich testen. Ob du jetzt eine neue Beziehung eingehst und Ihr vorher gemeinsam zum Arzt geht, oder ob du die letzten drei Wochenenden im Kitty warst und zu zweit, zu dritt oder… Naja, du weißt schon. 

Jeder von uns sollte selbst wissen, wie sexuell aktiv er ist. Man sollte sich da aber auch nicht belügen. Es ist nichts Schlimmes, sich testen zu lassen. Wir kommen gleich noch dazu, was das Problem bei unentdeckten Infektionen ist. Aber erstmal:

So, da isser! Der Tripper. Und nun?

Die Infektion mit Gonokokken wird mit Antibiotika behandelt. Leider sind in den vergangenen Jahren immer häufiger penicillinresistente Stämme aufgetreten. Das bedeutet, dass die Infektion manchmal durch einen Typ Neisseria Gonorrhoeae ausgelöst wird, welcher gelernt hat, Penicillin zu tolerieren. Im Prinzip ist das nichts weiter als Evolution. 

Aber keine Sorge, Penicillin ist heute längst nicht mehr das einzige Antibiotikum mit dem behandelt wird. Man therapiert dann mit Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporinen oder der Gyrasehemmern. 

Wichtig ist nun jedoch, dass ALLE Sexualpartner, der letzten 2 Wochen vor Auftreten der Symptome untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.  Das heißt: JA! Du solltest spätestens nach der Diagnose „den Anruf“ tätigen. Sei fair, du willst auch, dass man dich informiert, wenn jemand anderes infiziert ist und dich vielleicht angesteckt hat.

Wurde eine Tripper-Infektion zufällig entdeckt (also, weil keine Symptome aufgetreten sind), so sollten sich alle Sexualpartner der letzten 90 Tage einer Therapie unterziehen. Das klingt jetzt vielleicht etwas übertrieben, aber es ist wirklich sinnvoll. Wenn du in 90 Tagen drei Sexualpartner hattest und von denen haben sich zwei infiziert (vielleicht auch ohne Symptome) und die wiederum haben mit drei Sexualpartnern… Also, du verstehst schon. Eine vorsorgliche Therapie ist sinnvoller als eine Infektion, die sich wild ausbreitet. Denn…

…nun kommen wir zu den Spätfolgen

Du liest richtig. Unbehandelt ist eine Tripperinfektion nicht ohne Folgen. Eine Infektion lässt sich heute leicht behandeln, die Spätfolgen können jedoch dauerhafte Schäden mit sich bringen.

Es kann zu einer chronischen Entzündung der inneren Geschlechtsorgane kommen. Oder auch zu Verklebung der Ei- bzw. Samenleiter und damit einhergehend zu einer Unfruchtbarkeit.

In sehr seltenen Fällen gelangt das Bakterium in die Blutbahn (die sogenannte Gonokokkensepsis) und verteilt sich dadurch im ganzen Körper. Dies kann zu Gelenk- und Sehnenscheidenentzündungen, Fieber und Hautauschlägen führen. Im schlimmsten Fall führt es zu Hirnhaut- oder Herzinnenhautentzündungen.

Da ist eine kurze Therapie mit Antibiotika die bessere Alternative, oder?

So, das war es zum Tripper, aber längst nicht alles von mir 

Dies ist der erste Beitrag und damit der Einstieg ins Thema STDs. Weitere werden folgen. Ich freu mich über jedes Feedback.

Bei Fragen rund um das Thema sexuelle Gesundheit, komm doch gern bei uns in der Apotheke vorbei. Wir beraten, ohne zu urteilen. 

Oder, du schreibst mich direkt an: basti@schönhauser.family

Ich freu mich von euch zu hören.

Bis dahin,